Osteopathie

Die Osteopathie gehört zusammen mit der Chirotherapie zu den so genannten manuellen Therapien. Darunter werden verschiedene therapeutische Richtungen zusammengefasst, die Krankheiten und Funktionsstörungen lediglich mit Hilfe der Hände (lat.: manus = Hand) behandeln.

Grundlegender Gedanke der Chirotherapie (griechisch: cheir = Hand) ist, dass Blockaden in den Gelenken der Wirbelsäule sowie Muskelspannungs­störungen als Wegbereiter für Krankheiten und Beschwerden zu sehen sind. Dementsprechend können viele Krankheiten durch die Beseitigung der gestörten Gelenk- und Muskelfunktion behandelt werden.

Osteopathische Verfahren sind als strukturierte curriculäre Fortbildung Ärztekammer Berlin geregelt.

Folgende Symptome können auf eine Gelenkblockade der Wirbelsäule hindeuten:
  • Rücken- und Lendenschmerzen
  • Nacken- und Kopfschmerzen
  • Schulterbeschwerden
  • Missempfindungen in den Armen
  • Schmerzen im Brustbereich
  • Störungen der Atemfunktion, jugendliches Asthma
  •  Hörverarbeitungsstörungen
  • Tinnitus (chronische Ohrgeräusche)
  • Mittelohrentzündungen
  • Schwindelgefühle
  • Sehstörungen (z.B. Winkelfehlsichtigkeit)
  • Schluckauf, Saug- und Schluckstörungen
  • Dreimonatskoliken, Verdauungsbeschwerden

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat in seiner Sitzung vom 28.August 2009 die „Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren“ zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Bewertung wurde im Deutschen Ärzteblatt I Jg. 106 I Heft 46 I 13. November 2009 veröffentlicht und ist im Internet unter www.bundesaerztekammer.de abrufbar.

Osteopathie

Betrachtung des Menschen als Einheit

In der Osteopathie wird der Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet. Bei Funktionsstörungen und Schmerzen im Körper werden nicht nur Gelenke, Muskeln und Bänder, sondern speziell auch die Beweglichkeit, Durchblutung und Regulationsfähigkeit der inneren Organe, der Faszien (Bindegewebe, das unsere Muskeln und Organe umgibt) und das Craniosacrale System beurteilt. Hierzu zählen Schädel, zentrales und peripheres Nervensystem mit Gehirn, Rückenmark und Nerven, die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, Bindegewebshäute sowie das Kreuzbein, das in Verbindung mit dem Becken und der Wirbelsäule steht.

Osteopathie

Blockaden erfühlen und manuell beheben

Aus der Sicht der Osteopathie liegen die Ursachen für Rückenschmerzen sowohl im Bereich der Muskeln oder Gelenke als auch im Bereich der inneren Organe und des Kopfes. Auslöser von Blockaden können auch Beweglichkeits­einschrän­kungen durch Vernarbungen oder Stauungen im Brust-, Bauch- und Beckenraum oder ein verspannter Zwerchfellmuskel sein. Diese Funktions­störungen können einzeln oder zusammen durch ihre Wechselwirkungen untereinander langfristig zu einer Krankheit führen oder Zeichen einer Krankheit sein. Blockaden zu erkennen und zu beheben ist unser Ziel in der Osteopathie. Damit werden die verschieden Funktionen, z.B. die Beweglichkeit der Wirbelsäule oder der Stoffwechsel in allen Geweben verbessert, damit der Körper harmonisch funktionieren kann.

Osteopathie

Ziel der Griffe in der Behandlung

Mit sanften Handgriffen werden die Spannungen korrigiert, die Regulationsfähigkeit der Gewebe angeregt und die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert. Aufgabe ist primär nicht die Bekämpfung einer Krankheit oder eines Symptoms. Oberstes Ziel der Osteopathie-Behandlung ist es, Blockaden, Spannungen oder Funktions-einschränkungen aufzuspüren und zu lösen, um somit dem Körper zu ermöglichen, sein eigenes Gleichgewicht wiederzuerlangen.

Sanfte Osteopathie

Behandlung bei Säuglingen und Kindern

Bei Säuglingen und Kindern hilft die Osteopathie-Behandlung oft sehr schnell. Denn in keinem anderen Lebensabschnitt wirken sich innere und äußere Einflüsse so entscheidend aus und wächst und entwickelt sich der Mensch so rasant wie in den Jahren zwischen Geburt und Pubertät. Die Geburt stellt für Neugeborene besonders im Kopf und Nacken eine Belastung dar. Mögliche Einschränkungen lassen sich beim Säugling frühzeitig erkennen und mit wenigen sanften Griffen beheben.